FM -
DAS FUNKMAGAZIN
Hobbyfunk-News
04.10.2009
Herbsttagung der DFA in Kempen (Rückblick)
Am Samstag, dem 3. Oktober 2009 fand in Kempen (Nordrhein-Westfalen) die
Herbsttagung der Deutschen Funk-Allianz (DFA) statt.
An der Veranstaltung nahmen 11 stimmberechtigte Delegierte
("Abgeordnete") aus 8 Mitgliedsvereinigungen teil. Als Gäste waren u.a.
Dieter Contzen (ehem. DCBD) und Christian Kaupert (AFD) erschienen.
Insgesamt waren 21 Personen anwesend. Ausrichter der Tagung war die
Mitgliedsvereinigung "Europafunker.de".
Der Vorsitzende des DAKfCBNF, Bernd Böhle, übersandte ein Grußwort, in
dem er bedauerte, dass er aus beruflichen Gründen nicht erscheinen
könne. Er wünschte der Versammlung viel Erfolg.
Als neues Mitglied wurde der Funkverein "Charly Tango" aus Lingen in die
DFA aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte einstimmig.
Der Vorsitzende der DFA, Harald Westermann, appelierte an alle
Mitglieder, sich mehr an der Vereinsarbeit zu beteiligen. Der Vorstand
sei nur das ausführende Organ, die Zuarbeit müsse von den Mitgliedern
kommen. Westermann: "IHR seid die DFA!".
Harald Westermann berichtete von einer konstruktiven eQSO-Gesprächsrunde,
die am 30. August auf dem Server www.eqso-cbpmr.de stattfand. In diesem
Zusammenhang wurde diskutiert, auf welche Weise Sprachfunknetzwerke wie
eQSO oder FRN einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden
können. Kritisiert wurden die Zwistigkeiten unter verschiedenen
Serverbetreibern. Dies könne dazu führen, dass Interessenten
abgeschreckt werden, von Sprachfunknetzwerken Gebrauch zu machen.
Für Heiterkeit sorgte ein von Westermann verlesener Beitrag aus einem
Internet-Forum. Darin hatte der Betreiber von "CB-Radio", Burkhard Heid,
behauptet, ein Mitarbeiter der Bundesnetzagentur habe ihn angerufen, die
Arbeit von CB-Radio gelobt und seine Idee eines "Bundesausschusses
CB-Funk" als "für die Verwaltung akzeptierbar" bezeichnet. Westermann
sagte, er habe daraufhin mehrere Telefonate mit der Bundesnetzagentur
geführt. Dort habe man über Heids Beitrag gelacht. Von einem Anruf
wusste niemand etwas.
Westermann bedankte sich beim Pressesprecher Hans-Werner Hoppe für die
Neugestaltung der DFA-Homepage. Hoppe verteilte dazu eine kleine
Broschüre, in der die neue Homepage ausführlich beschrieben wird.
Einstimmig angenommen wurde ein Antrag auf Änderung der DFA-Satzung. Die
Satzungsänderung hat zum Inhalt, dass der Vorstand und beauftragte
Personen unter bestimmten Voraussetzungen (die über die derzeitige
gesetzliche Regelung hinausgehen) von persönlichen Haftungsansprüchen
freigestellt werden.
Diskutiert wurde der Vorschlag, Fördermitgliedern künftig ein
"prozentuales Stimmrecht" einzuräumen, bei dem eine Stimme nicht voll,
sondern nur zu einem bestimmten Bruchteil zählt.
Mathias Czaja berichtete über Aktivitäten der ECBF (Anmerkung: Gemeint
ist die sog. "ECBF Warschau" unter der Leitung von Enrico Campagnoli).
In dem ECBF-Markenrechtsstreit beim europäischen
Marken-Registrierungsamt OAMI hat es eine Entscheidung gegeben: OAMI hat
den Widerspruch der "ECBF Brüssel" gegen die Marken-Eintragung des
Begriffs ECBF durch Enrico Campagnoli abgelehnt. Die "ECBF Brüssel" muss
die Kosten in Höhe von 300 Euro tragen. Gegen diese Entscheidung kann
sie erneut Widerspruch einlegen.
Kritik übte Mathias Czaja an dem Vorhaben des Europäischen Funkbüros ERO,
Voraussetzungen für eine Leistungserhöhung von CB-Funkanlagen auf 4 Watt
AM und 12 Watt SSB zu schaffen. Auf der Tagung einer ERO-Arbeitsgruppe
im September in Tallin (Estland) war ein sog. "Technical Report" des
europäischen Normungsinstituts ETSI durchgewunken worden. In diesem
Report ist u.a. eine Störfestigkeitsuntersuchung von CB-Geräten
beschrieben, die in einem Messlabor der BNetzA in Kolberg durchgeführt
wurde. Diese Untersuchung hatte zum Ergebnis, dass CB-Funkgeräte auch
bei einer Ausgangsleistung von 4 Watt AM bzw. 12 Watt AM keine
nennenswerten Störungen in Geräten der Unterhaltungsindustrie
verursachen.
Czaja ist der Auffassung, dass es sich bei dieser Untersuchung um ein
"Gefälligkeitsgutachten" handelt, das für 30.000 Euro "gekauft" worden
seien. Die Ergebnisse seien praxisfern, weil nur die Störfestigkeit von
digitalen Geräten getestet worden sei. In den Haushalten seien aber noch
zahlreiche analoge Geräte und Komponenten vorhanden, die eine geringere
Störfestigkeit gegenüber CB-Funk-Aussendungen aufweisen.
Eine Erhöhung der zulässigen Sendeleistung auf 12 Watt in der
Modulationsart SSB sei auch deshalb problematisch, weil für eine solche
Funkanlage (sofern sie "ortsfest" betrieben wird) eine kostenpflichtige
Standortbescheinigung der BNetzA erforderlich sei. Außerdem würde der
Standort der CB-Anlage dann auch registriert und in der
Standortdatenbank der BNetzA abrufbar sein.
Czaja regte an, dass sich die DFA mit dieser Problematik befassen solle.
- wolf -
© FM-FUNKMAGAZIN
www.funkmagazin.de
Dieser Beitrag darf ungekürzt und mit Quellenangabe in nichtgewerbliche
Medien (z.B. CB-Clubzeitungen, CB-Rundsprüche, CB-Packet-Radio)
übernommen werden.
|